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Wenn in kalten Winternächten der Sturm über die Jurafelsen fegt und der Mond sein fahles Licht über das Tal legt, erzählen sich die Menschen im Altmühltal seit Jahrhunderten von der Wilden Jagd  einem geheimnisvollen Zug aus Reitern, Hunden und rastlosen Seelen, der in den Rauhnächten durch die Dunkelheit zieht.

Die Wilde Jagd entstammt der deutschen Sagenwelt. Zwischen Allerheiligen und dem Dreikönigstag, wenn die Grenze zwischen den Welten dünn wird, soll sie am Himmel erscheinen und dies laut heulend, begleitet vom Brausen der Winde, Pferden und Hunden und dem Rufen der Geister. Im Altmühltal nennt man sie auch das „Wilde Gach“.

Der gespenstische Zug aus alten Göttern und ihren Kriegern oder auch Geistern, Toten und Seelen. Sie berühren den Boden nicht, sondern gleiten auf stürmischen Winden dahin. Wer ihnen begegnet, spürt eine eisige Kälte und wer unvorsichtig ist, läuft Gefahr, von der Wilden Jagd mitgerissen zu werden.

Angeführt wird die Wilde Jagd von der geheimnisvollen Frau Percht/ Frau Perchta, der Hüterin zwischen Licht und Schatten.  Ebenso gilt Wotan (Odin), aus der germanischen/nordischen Mythologie als Anführer der Wilden Jagd.  


Wer in Rauhnächten draußen unterwegs war und die Wilde Jagd hört, soll still verharren, und sich auf den Boden werfen. Denn wer die Wilde Jagd verspottet oder ihr antwortet, den reißt sie mit sich mit. 

Seit Generationen warnen die Menschen im davor, in den Rauhnächten Wäsche zu waschen bzw. drsußen aufzuhängen, denn die Wilde Jagd könnte sich darin verfangen. Ein Wäschetuch in dem sich die Wilde Jagd verfangen hat, könnte im kommenden Jahr zum Leichentuch eines Hausbewohners werden.

 

So lebt die wilde Jagd bis heute weiter in den Wäldern, Felsen und Tälern des Naturpark Altmühltals, in seinen Sagen und Geschichten in den Rauhnächten.
Ein uraltes Echo aus einer Zeit, in der die Natur selbst noch als göttliche Macht gefürchtet und verehrt wurde.

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