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Die Rauhnächte – geheimnisvolle Zeit „zwischen den Jahren“

Rauhnächte Erklärung

 

Die Rauhnächte sind eine geheimnisvolle Zeit „zwischen den Jahren“, meist vom 24./25. Dezember bis 5./6. Januar, mancherorts bereits ab der Wintersonnenwende. Ihr Ursprung liegt in der alten Vorstellung, dass das Mondjahr mit 354 Tagen kürzer ist als das Sonnenjahr mit 365 Tagen. Die übrigen Tage galten als „zeitlos“ und somit als von Geistern und magischen Kräften erfüllt.

 

Viele Bräuche und Rituale in der Zeit stammen aus der vorchristlichen Mythologie und werden bis heute gepflegt: das Räuchern von Haus und Hof zur Reinigung, Orakel und Zukunftsdeutungen wie das Bleigießen, sowie das Lärm- und Maskentreiben der Rauhnachtsläufe, um böse Geister zu vertreiben.

Jede Rauhnacht besitzt ihre eigene Bedeutung und galt früher als Vorausschau auf das kommende Jahr. Umgeben von Sagen, Mythen und mystischen Gestalten wie die Habergoaß und weiteren Gestalten, vereint diese Zeit früherer Aberglaube der Menschen, Brauchtum und innere Einkehr. Rauhnachtsläufe, Rauhnachtsschauspiel und Events sind ein faszinierendes Schauspiel zwischen Dunkelheit und Neubeginn.

 

Der Ursprung des Wortes „Rauhnacht“ ist nicht eindeutig geklärt. Manche leiten es von „rau“ ab, da diese Nächte als wild und unheimlich galten, andere vom altgermanischen „Ruch“, was „Fell“ bedeutet und auf pelzverhüllte Geisterwesen verweist. Auch das „Raunen“, also das schauen in die Zukunft besonders in den Losnächten, könnte namensgebend sein. Am wahrscheinlichsten aber stammt der Begriff von „Rauchnacht“, da in dieser Zeit seit jeher geräuchert wurde, um Haus und Mensch zu reinigen und das Böse fernzuhalten.

 

Die zwölf Rauhnächte zwischen der Christnacht am 24./25 Dezember und Dreikönigsnacht J5./6. Januar galten schon bei Kelten und Germanen als heilige Tage außerhalb der Zeit. Man glaubte, die Grenze zwischen der Welt der Menschen und der Geister sei in dieser Zeit besonders dünn. Die Zeit zwischen den Jahren die von der Anderswelt beeinflusst wird, so glaubte man früher. Mit der Christianisierung erklärte man sie unheilvollen Nächten, in denen Dämonen und Geister umgingen um den alten Glauben abzulegen. Besonders die Christ-, Neujahrs- und Dreikönigsnacht galten als drei große Rauhnächte. Die „Wilde Jagd“ ziehe über den Himmel, so glaubte man früher. Als zusätzliche Rauhnächte gelten die Luziennacht/Luziernacht am 13. Dezember und die Thomasnacht am 21.Dezrmber, in denen in Teilen Bayerns unheimliche Gestalten ihr Unwesen treiben sollen. Ebenso andere Nächte wie die Karfreitagsnacht, Walpurgisnacht, Allerheiligen- und Allerseelennacht, Andreasnacht, Barbaranacht, Krampusnacht oder Fronleichnam gelten mancherorts als Rauhnächte.

 

Hinter den Rauhnächten steht auch die Beobachtung der Natur: Zur Wintersonnenwende erreicht das Jahr seinen Tiefpunkt, doch ab dem 24. Dezember kehrt das Licht zurück und neues Leben erwacht. Wie die Natur sollten auch die Menschen diese Zeit nutzen, um innezuhalten, das Vergangene loszulassen und Kraft für das kommende Jahr zu schöpfen. Altes Wissen, Rituale und Brauchtum um die Rauhnächte ist heutzutage wieder mehr gefragt den je, den das Interesse dran steigt stetig auf unterschiedlichste Art und Weise

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